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Anzeigen als Aufmerksamkeitsbremser

heise online gilt als das bedeutendste IT-Portal in Deutschland. Eine Analyse mit m-pathy zeigte unter anderem, welche Auswirkungen die Platzierung von Anzeigen auf das Leseverhalten der Nutzer haben kann. Dabei wurde ein bekanntes Phänomen bestätigt: Scrolling wird dann zum Usabilityproblem, wenn ein grafisches Element einer Seite genau mit dem sichtbaren Bildschirmbereich abschließt. Viele Nutzer denken dann irrtümlich, sie haben das Ende der Seite erreicht.

Anzeigen als Aufmerksamkeitsbremser

Anzeigen als Aufmerksamkeitsbremser

Anschaulich wird dies bei einem Vergleich von drei unterschiedlich gestalteten Artikeln: Das Bild zeigt die Heatmaps von Mausbewegungen. Der orangefarbene Rahmen markiert den sichtbaren Bildschirmbereich. Die Analyse zeigt für den Artikel in der Mitte, dass die Mehrheit der Nutzer nur den ersten Absatz wahrgenommen hat.

Die Werbeanzeige ist hier so ungünstig platziert, dass sie als Stopper wirkt. Sie liegt genau auf  dem Ende des sichtbaren Bildschirmbereichs. Die meisten Besucher dachten vermutlich, dass der Artikel an dieser Stelle zu Ende ist und haben deshalb nicht weiter nach unten gescrollt. Bei dem Artikel links im Bild wird die Anzeige am Ende des Textes eingeblendet. Zwar sind auch bei dieser Variante die meisten Mausspuren im oberen Bereich des Artikels zu sehen. Doch sind sie insgesamt gleichmäßiger verteilt und erstrecken sich über den gesamten Text. Dies zeigt, dass die Nutzer hier bis ans Ende der Seite gescrollt und den Artikel vollständig gelesen haben. Der Artikel rechts zeigt eine weiter oben platzierte Anzeige. Hier ist der Abschnitt oberhalb der Anzeige kürzer. Für den Nutzer ist dadurch ohne zu scrollen auf den ersten Blick sichtbar, dass der Text unterhalb der Grafik weitergeht. Die im Text platzierte Anzeige wirkt deutlich weniger als Hürde. Die Nutzer scrollen bis nach unten und nehmen auch das Ende des Artikels wahr. Das zeigen die Mausspuren über dem letzten Abschnitt.

Fazit: Eine lange Seite, die über mehrere Bildschirmhöhen reicht und vom Nutzer verlangt zu scrollen, besitzt nicht per se eine schlechte Usability. Problematisch wird es aber, wenn grafische Inhaltselemente wie Bilder, Absätze oder Trennlinien genau mit dem Ende des sichtbaren Bildschirmbereichs zusammenfallen. Für viele Nutzer wirkt das so, als ob die Seite an dieser Stelle zu Ende wäre. Sie scrollen deshalb – sicher unbewusst – nicht weiter nach unten, obwohl sie prinzipiell natürlich wissen wie ein Scrollrad funktioniert.

via heise.de: Anzeigen als Aufmerksamkeitsbremser – m-pathy.

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